Über Mut

 

Als Kind hat man uns beflissen gelehrt,
was richtig und wichtig ist und was sich gehört.
So hat uns die Gesellschaft beigebracht:
Sei stets auf Manierlichkeit bedacht!
Auf das, was sich schickt und was sich ziemt,
weil ein Mädchen sich durch Fleiß und Schönheit rühmt.
„Sei artig, sei brav, sei lieb, sei gut …“
– doch nie sprach jemand mit uns über Mut.

 

„Wenn einer redet, dann hör’ gut zu,
erst im Anschluss sprichst dann du!
Von dem, was dir lieb ist, gib immer etwas ab,
damit auch ein anderer was davon hat.
Sei fleißig und strebsam, aber stets bescheiden,
und achte beim Spielen drauf sauber zu bleiben!
Sei vorsichtig, Achtung, sei auf der Hut!“
– und so fehlt uns heute häufig der Mut.

 

„Ach, was ist die Kleine niedlich –
ein ruhiges Wesen, lieb und friedlich!“
„Sie ist stets höflich und adrett,
spielt Klavier und tanzt Ballett –
und auch in der Schule ist sie bemüht,
damit es gute Noten gibt.“
Mit Kleidchen und Schleife zurechtgemacht
hat das Mädchen geschwiegen, doch anders gedacht.

 

Und im Herzen sind wir die kleinen Mädchen von einst:
wir wären oft lieber laut, wild und frei –
ungestüm, frech und selbstbestimmt
denn wir wissen im Grunde: Wer wagt, der gewinnt!

Lasst uns Freiheiten neu interpretieren,
lasst uns alles ausprobieren,
denn Übermut tut immer gut,
und lasst auch dem Unmut freien Lauf.
Wenn es gut tut, schreit vor Glück,
wenn es weh tut, regt euch auf!
Lasst uns mit Stereotypen brechen
und uns an eintöniger Erziehung rächen,
denn eigenwillig sein tut gut –
und alles, was wir dazu brauchen ist MUT.

 

Wir kleinen Mädchen sind groß geworden
und heute verbinden uns ähnliche Sorgen,
denn wir leben in einer Welt,
in der „Nein“ sagen uns oft viel zu schwer fällt.
Wir sind in lauten Momenten zu oft still
und glauben, es ziemt sich nicht, ein „Ich will!“
Wir wagen es nicht neue Wege zu gehen –
man könnte uns doch als „seltsam“ ansehen …

 

Die Meinung der anderen ist uns viel zu wichtig,
Fleiß und Tugend über allem – das ist doch richtig?
Wir sind es gewohnt Verantwortung zu tragen
und wenn uns das mal schwer fällt nichts zu sagen.
Wir können nicht aus unserer Haut,
weil alles auf den Werten der Kindheit aufbaut.
So hilft uns das Träumen, denn Träumen tut gut
und wir sagen „Ich wünschte, ich hätte den Mut …“

 

Wir leben in Klischees, oft ein fremdbestimmtes Leben
und fühlen: Da muss es doch so viel mehr geben!
Wir sind die bestem im Job, aus Angst zu wenig zu leisten
und werden schlechter bezahlt – was doch wirklich ziemlich dreist ist,
unseren Kindern gegenüber plagt uns schlechtes Gewissen,
denn wenn wir arbeiten, könnten sie uns vermissen.
Wir fürchten als Frau und Freundin zu versagen
– was braucht es doch Mut, um so viel zu hinterfragen!

 

Und im Herzen sind wir die kleinen Mädchen von einst:
wir wären oft lieber laut, wild und frei –
ungestüm, frech und selbstbestimmt
denn wir wissen im Grunde: Wer wagt, der gewinnt!

Lasst uns Freiheiten neu interpretieren,
lasst uns alles ausprobieren,
denn Übermut tut immer gut,
und lasst auch dem Unmut freien Lauf.
Wenn es gut tut, schreit vor Glück,
wenn es weh tut, regt euch auf!
Lasst uns mit Stereotypen brechen
und uns an eintöniger Erziehung rächen,
denn eigenwillig sein tut gut –
und alles, was wir dazu brauchen ist MUT.

 

Verrückt zu sein erfordert Mut,
so wie auch das Andersdenken,
von sich selbst mal entzückt sein tut gut –
sich selbst mit Wertschätzung beschenken.

 

Ich wünsch‘ dir den Mut deinen Weg zu seh’n

und ihn stolz und selbstbewusst

Schritt für Schritt,

Tag für Tag

zu geh’n.

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