KategorieGedichte

Mein Mond

Gestern, mitten in der Nacht, 

bin ich plötzlich aufgewacht 

und hab’ – ganz still und leis’ – 

im Wohnzimmer das Licht gemacht. 

 

Durch das Fenster grüßte 

über schwarzer Landschaftswüste

am Himmel hell der Mond, 

so ganz als wüsste 

er viel besser als wir

schon heute und hier –

wie es morgen weitergeht. 

„Bitte, Mond, verrat’ es mir!“

 

Da begannen die Sterne zu funkeln 

und ein Lächeln zog sich übers Mondgesicht 

und mir war als hört’ ich ihn munkeln: 

„Schlaf weiter, sei ruhig – fürchte dich nicht. 

Überlass sie nur der Nacht, deine Sorgen,

fühl’ dich von der Stille getragen, geborgen 

vertrau’ du nur weiterhin – fällt es auch schwer – 

Stunde um Stunde rückt ein Neubeginn näher.

Denn immer kommt, was kommen muss, 

Tag und Nacht – es ist alles im Fluss. 

Und alles geschieht aus gutem Grund’ 

so wie auch diese nächtliche Stund. 

 

Ein silberner Kuss 

auf müder Haut, 

ein glitzernder Gruß, 

bekannt, vertraut. 

So schließ’ ich wieder 

meine Lider

leg’ mich nieder, 

schlafe lieber 

gut bewacht 

vom sicheren Dunkel 

magischer Nacht.